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Erfolgreicher Auftritt in Graz: TSR Olympia Wilhelmshaven überzeugt beim Internationalen Acro Cup

Am vergangenen Mittwoch machte sich eine kleine Delegation des TSR Olympia Wilhelmshaven mit der Deutschen Bahn auf den Weg in die Steiermark nach Graz, um am 6. Internationalen Acro Cup teilzunehmen. Mit dabei waren das Seniorinnen-Damenpaar Mira Spieß und Charlotte Kallai, das Herrenpaar (12–18) Thorne Spieß und Leevi Hamacher, die Kampfrichter Sascha Meyer und Timo Spieß sowie Cheftrainerin Silke Spieß.

Insgesamt gingen 55 deutsche Sportakrobaten aus sieben Vereinen an den Start. Aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten mussten die ursprünglich gemeldeten Sportler aus Israel kurzfristig ihre Teilnahme absagen. Somit verblieb ein internationales Teilnehmerfeld aus der Türkei, Ungarn, Deutschland, Großbritannien und Gastgeber Österreich.

Für viele Nationen – darunter auch die Wilhelmshavener Delegation – diente der Wettkampf als wichtige Standortbestimmung im Hinblick auf die anstehenden World Cups sowie die Weltmeisterschaften im September in Pesaro (Italien). Seitens des Deutschen Verbandes ist die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf Voraussetzung für eine mögliche WM-Nominierung, weshalb die Wahl der Jadestädter auf Graz fiel.

„Hier waren wir bereits 2023 und konnten den Wettkampf damals mit zwei ersten Plätzen verlassen – ein gutes Omen“, erinnerte sich Cheftrainerin Silke Spieß im Vorfeld.

Und tatsächlich bestätigte sich dieses Gefühl: Mit einem ersten und einem zweiten Platz kehrte das Team erfolgreich nach Wilhelmshaven zurück.

Das Herrenpaar Thorne Spieß und Leevi Hamacher überzeugte auf ganzer Linie. Bereits in der Qualifikation setzten sie sich an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Im Finale, das nach internationalen FIG-Richtlinien wieder bei null beginnt, lieferten sie eine starke Übung ab und gewannen souverän gegen die favorisierten Konkurrenten aus Großbritannien – mit einem Vorsprung von über einem Punkt.

Spannung pur bot das Duell im Seniorinnen-Bereich. Hier trafen mit den Paaren aus Nordhorn und Wilhelmshaven die derzeit stärksten deutschen Formationen aufeinander. Mira Spieß und Charlotte Kallai sicherten sich am ersten Wettkampftag mit einer Tageshöchstwertung von 27,120 Punkten in der Balance-Übung den ersten Platz vor Nordhorn und Österreich.

Am zweiten Tag drehte sich das Bild: In der Dynamik-Übung hatten die Nordhornerinnen die Nase vorn und gingen mit einem hauchdünnen Vorsprung ins Finale. Dort entwickelte sich ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Wilhelmshaven entschied sich dabei bewusst für ein höheres Risiko und ging mit einem gesteigerten Schwierigkeitswert von 32,0 Punkten („Value“) in die Finalübung. Trotz dieser anspruchsvollen Strategie mussten sich die Wilhelmshavenerinnen am Ende knapp geschlagen geben: Die Nationalmannschaftskolleginnen aus Nordhorn gewannen mit einem Vorsprung von lediglich 0,170 Punkten. Dritte wurde ein Damenpaar aus Österreich, welche bereits von österreichischen Verband für die WM nominiert wurde.

Bereits die Vorbereitung auf diesen Wettkampf hatte es in sich. In der Woche vor dem Acro Cup absolvierte das Team ein intensives Trainingslager in Wilhelmshaven – mit prominenter Unterstützung: Der renommierte und aus Großbritannien stammende Trainer Neil Griffith war zu Gast und arbeitete täglich rund sieben Stunden mit den TSR-Athleten. Neben der Wettkampfvorbereitung wurden auch neue Elemente einstudiert, um die Schwierigkeitswerte weiter zu steigern.„

Natürlich gingen fast 50 Stunden Training in sieben Tagen nicht spurlos an unseren Sportlern vorbei. Aber gerade im Hinblick auf die WM war diese intensive Woche Gold wert“, resümierte Silke Spieß.

Mit starken Leistungen und wichtigen internationalen Erfahrungen im Gepäck blickt der TSR Olympia Wilhelmshaven nun optimistisch auf die kommenden Aufgaben der Saison. „Gerade im Hinblick auf die WM und nach dem World Cup in Portugal werden wir weiter versuchen, Schritt für Schritt den noch bestehenden Abstand zur Weltspitze zu verringern“, so das abschließende Fazit von Cheftrainerin Silke Spieß.