Wilhelmshaven will zur Weltspitze aufschließen
Der TSR Olympia Wilhelmshaven sorgt in der Sportakrobatik weiter für Aufsehen – und steht gleichzeitig vor einem entscheidenden Entwicklungsschritt. Mit Mira Spieß und Charlotte Kallai hat der Verein ein Damenpaar in der Seniorenklasse, das bereits jetzt internationale Ausrufezeichen setzt.
Beim World Cup in Portugal sowie beim renommierten Grazer Acro Cup zeigte das Duo eindrucksvoll, dass der Abstand zur Weltklasse kontinuierlich kleiner wird. Besonders bemerkenswert: Beide Athletinnen könnten altersbedingt noch in der Klasse 13–19 starten. In Portugal waren sie das jüngste Paar im Teilnehmerfeld und erreichten dennoch das Finale, in dem sie sich einen starken sechsten Platz sicherten – hinter den besten Paaren der Welt.
Doch der nächste Schritt ist klar definiert: In der internationalen Sportakrobatik entscheidet nicht nur die saubere technische Ausführung über Erfolg, sondern vor allem auch die Schwierigkeit der gezeigten Elemente. Genau hier wollen die Verantwortlichen des TSR Olympia ansetzen, um den Anschluss an die absolute Spitze mit den USA, Russland und Portugal weiter zu verkürzen.
Die Herausforderung dabei ist struktureller Natur. Während viele Nationen auf tägliches Training mit hauptamtlichen Trainern zurückgreifen können, basiert die Arbeit in Wilhelmshaven nahezu vollständig auf dem Ehrenamt. Um diese Lücke zu schließen, setzt der Verein aktuell auf gezielte Trainingsimpulse – unter anderem durch Camps mit dem ehemaligen englischen Nationalcoach Neil Griffiths. Doch diese Maßnahmen sind kostenintensiv und daher nur begrenzt realisierbar.
Ein vielversprechender neuer Ansatz ergab sich beim World Cup in Portugal: Dort knüpften die Verantwortlichen Kontakt zu der portugiesischen Trainerin Beatriz Carneiro. Die ehemalige Weltklasse-Athletin gewann Medaillen bei World Games, Welt- und Europameisterschaften und strebt nun auch international als Trainerin den nächsten Karriereschritt an.
Eine Zusammenarbeit könnte für beide Seiten eine große Chance sein. Wilhelmshaven würde von internationaler Expertise profitieren – Carneiro wiederum hätte mit einem hochtalentierten Damenpaar die Möglichkeit, sich als Trainerin auf höchstem Niveau zu profilieren.
Um sich besser kennenzulernen, wurde die Trainerin über die Osterfeiertage zu einem Trainingscamp nach Wilhelmshaven eingeladen. Neben intensiven Einheiten standen auch persönliche Eindrücke im Fokus – vom gemeinsamen Sightseeing bis zum Besuch eines Osterfeuers in Rüstersiel. Der Verein legt großen Wert darauf, dass nicht nur die sportliche, sondern auch die menschliche Basis stimmt.
Nun denken die Verantwortlichen den nächsten Schritt weiter: Geplant ist zunächst ein vierwöchiger Testzeitraum, möglicherweise bereits im Mai. Sollte sich die Zusammenarbeit bewähren, könnte eine längerfristige Verpflichtung bis zur Weltmeisterschaft im September in Pesaro (Italien) folgen.
Doch klar ist auch: Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung wird dieses Projekt kaum umzusetzen sein. Neben Trainerhonoraren würden auch Kosten für Unterkunft und Integration entstehen. Gleichzeitig stemmen die Ehrenamtlichen bereits jetzt ein enormes Pensum – vom Leistungssport über Nachwuchstraining bis hin zur Organisation des gesamten Vereinsbetriebs.
„Wir sehen bei Mira und Charlotte ein außergewöhnliches Potenzial. Sie haben bewiesen, dass sie mit den Besten der Welt mithalten können – jetzt wollen wir ihnen die Bedingungen geben, um diesen Weg konsequent weiterzugehen.“, so Trainerin Silke Spieß. „Ohne zusätzliche Unterstützung stoßen wir als ehrenamtlich geführter Verein an unsere Grenzen. Wenn wir diesen nächsten Schritt schaffen wollen, brauchen wir Partner, die an unsere Vision glauben und Teil dieser Entwicklung werden möchten.“









